Gespeichert von Christoph Mathis am Di, 05/22/2018 - 10:38
bergbesteigung

John Doerr benennt in seinem Buch „Measure what Matters“ vier „Superpowers, die die Wirksamkeit von OKRs ausmachen:

Superpower #1: Focus und Commitment auf Prioritäten

Effektive Organisationen konzentrieren ihre Arbeit auf die wichtigen Dinge und sie haben eine klare Vorstellung davon, was sie tun und was sie nicht tun. OKRs ermutigen dazu, frühzeitig harte Entscheidungen zu treffen und ermöglichen eine klare Kommunikation zwischen Abteilungen, Teams und Individuen.

Superpower #2: Alignment und Connect für Teamarbeit

Mit der Transparenz über die Ziele, die durch OKRs vermittelt wird, werden die Aktivitäten jedes einzelnen mit den Firmenzielen in Verbindung gebracht. Der Clou entsteht durch die Kombination von top-down und bottom-up Kommunikation über Ziele: top-down vermittelt die Bedeutung der Arbeit jedes Einzelnen, bottom-up erzeugt Motivation und ermöglicht eine Vielzahl von Innovationen. Nicht zuletzt bringt die umfassende Transparenz neue Chancen zum Alignment über Teamgrenzen hinweg.

Superpower #3: Zielverfolgung und Accountability

OKRs sind im Kern datengetrieben. Damit ermutigen sie periodische Checkin´s, kontinuierliche Anpassung der Aktionen und sie ermöglichen eine Verantwortlichkeit, die keine Schuldzuweisung beinhaltet. Sie unterstützen damit eine kollegiale Kultur mit Kommunikation auf Augenhöhe.

Superpower #4: Stretch für Amazing

OKRs motivieren uns zum Engagement über das Normalmass hinaus, dazu, erstaunliches zu erbringen. Mit der Freiheit, Fehlschläge ohne Sanktionen zu erfahren, erweitern sie unsere Fähigkeit, unsere kreativsten und ambitioniertesten Seiten zu erfahren.

Die OKR Superpowers und Agile Leadership

Für mich war es eine interessante Übung, die Superpowers mit meinen Prinzipien des Agile Leadership „Focus – Enable – Align – Empower“ abzugleichen.

  • Focus und Commitment auf Prioritäten – das ist das einfachste, es fast gleich mit dem Fokussieren von Leadership, es geht weiter und macht es konkret
  • Alignment und Connect für Teamarbeit – OKR fokussiert damit die Teams. Agile Leadership hat zusätzliche Tools, mit denen die Voraussetzungen für Teamarbeit geschaffen werden.
  • Zielverfolgung und Accountability – Accountability und Nachverfolgbarkeit ist eine Voraussetzung dafür dass das Empowerment nachhaltig gelebt werden kann und das ggenseitige Vertrauen stetig validiert und gestärkt wird.
  • Stretch für Amazing - das hat keine Entsprechung im Leadership-Modell

Es bleibt noch Enablement aus Agile Leadership – dafür wiederum gibt es keine direkte Entsprechung in den OKRs.

Strategie entwickeln und Strategie umsetzen

Was bleibt, ist für mich die Überzeugung, dass OKRs ein Mittel ist, auf das man als Agilist nicht mehr verzichten will, wenn man es einmal kennen gelernt hat. Und dass man noch weitere Synergien heben kann, sobald man damit einmal angefangen hat. Demnächst rede ich über den nächsten Schatz, den man haben kann: die Erweiterung des Big Room Planning in großen Teams.

OKRs sind ein starkes Bindeglied zwischen einer Strategie, den Leadership-Aktivitäten zur Vermittlung und der Umsetzung und Implementierung der Strategie: sie erlauben, die Verbindung empirisch zu prüfen und mach die Strategie-Umsetzung messbar.