You are here

Drei Design Thinking Aspekte, die jeder Product Owner kennen sollte

 

„Agile geht nicht mehr ohne Design Thinking!“, so rief mir neulich mein improuv-Kollege Krishan zu. Ich mag ihn für solche zugespitzten Zitate, denn es steckt ein wahrer Kern dahinter. Product Owner, die in einer agilen Produktorganisation die Verantwortung für Produkte und Services übernehmen, sollten sich in der Tat Design Thinking genauer anschauen.

Ich halte dabei folgende drei Punkte für besonders wertvoll:

1. Die Prinzipien hinter Design Thinking.

Meine Favoriten:

a. Think user centered
b. Work in multidisciplinary teams
c. Dare to be wild
d. Show – don’t tell
e. Build on ideas of others

Die Prinzipien helfen dabei im Team Raum für gute Ideen zu schaffen und Lösungen zu entwickeln, die echte Bedürfnisse adressieren.

2. Der Design Thinking Prozess.

Innovation als steuerbarer Prozess? Zumindest hilft der Design Thinking Prozess dabei. Es gibt ihn in unterschiedlichen Darstellungsformen. Die beliebtesten Varianten im Überblick:

Der „Double Diamond“, der auf den British Design Council zurückgeht.  

 

Die Essenz:

 

Die Essenz:

• Design ist kein linearer Prozess. Nutze die Kraft von Iterationen!
• Starte mit einem „shitty first draft“.

3. Die Design Thinking Tools

Design Thinker nutzen eine Vielzahl von Tools, die insbesondere in den frühen Phasen der Produktentwicklung sehr wertvoll sein können. Nicht alle sind neu, viele sind hilfreich. 

Einige meiner Favoriten:

Customer Journey Mapping

Welchen Weg legt mein Kunde zurück? Gedanklich, physisch, emotional? An welchen Stellen trifft er auf mein Produkt oder meinen Service? Über welche Kanäle interagiert er mit uns? Welche Bedürfnisse hat er in diesem Moment? Und wie geht es ihm dabei? Sehr hilfreiche Fragen: Hier Antworten zu finden und sie visuell aufzubereiten und zugreifbar zu machen – darum geht es bei einer Customer Journey Map. Ein sehr hilfreiches Tool, das flexibel auf die jeweilige Fragestellung anpassbar ist.

Buchempfehlung: „Mapping Experiences“ von Jim Kalbach
http://shop.oreilly.com/product/0636920038870.do

Crazy eight

Bei dieser Kreativtechnik geht es darum, in acht Minuten acht radikale Ideen möglichst visuell darzustellen. Das Ziel ist dabei in kurzer Zeit möglichst viele Ideen zu generieren. Quantität vor Qualität – die Bewertung der Ideen kann warten.

Web-Empfehlung: www.gamestorming.com (dort unter 6-8-5)

Ideen-Galerie

• Trenne zwischen divergierendem Denken (Optionen entwickeln) und konvergierendem Denken (Optionen bewerten und verdichten).
• Trenne zwischen Problemanalyse und Lösungsfindung.

Weitere Infos:
http://www.designcouncil.org.uk/news-opinion/design-process-what-double-diamond

Der 5-stufige Prozess wie ihn die d.school an der Stanford University beschreibt:

 

Die Essenz:
• Starte beim (potenziellen) Benutzer und baue Empathie auf. Versetze Dich in seine Situation.
• Fokussiere Dich bewusst auf eine konkrete Fragestellung.
• „Build to think and test to learn“: Baue haptisch erlebbare Prototypen als Teil des Lösungsprozesses und teste sie früh. So lernst Du Deine potenziellen Nutzer noch besser kennen und bekommst weitere Impulse für das Lösungsdesign.

Weitere Infos:
https://dschool-old.stanford.edu/sandbox/groups/designresources/wiki/36873/attachments/74b3d/ModeGuideBOOTCAMP2010L.pdf

Die 4 Schritte, die Marc Stickdorn in „This is Service Design Thinking“ definiert:

Die ideale Fortführung nach einer Ideation-Session. Hier geht es darum Ideen zu bewerten und weiterzuentwickeln.

• Vorbereitung: Die Teilnehmer skizzieren jede Idee einzeln auf einem A4-Blatt. Die wichtigsten Aspekte der Idee sollten selbsterklärend erkennbar sein. Was ist der Kern? Welches Problem löst die Idee? Für wen ist die Lösung geeignet / gedacht?
• Die Ideenskizzen werden einzeln an der Wand aufgehängt oder auf einem großen Tisch ausgelegt.
• Die Galerie ist eröffnet: Die Teilnehmer gehen im Raum von Idee zu Idee und bilden sich einen Überblick.
• Feedback: An jede Idee werden drei Sticky Notes angehängt, in unterschiedlichen Farben:

o Grün: Was mir an dieser Idee gefällt.
o Gelb: Was mir dazu noch einfällt.
o Rot: Was wir beachten sollten.

• Die Teilnehmer notieren auf diesen StickyNotes ihr Feedback.

Interessiert?

Du bist PO und wolltest Dich schon lange mal mit Design Thinking beschäftigen? Dann schau Dir das improuv-Trainingsprogramm an. Neben den öffentlichen Trainings bieten wir auch individuelle inhouse-Schulungen an.

Add new comment