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/ Von Tina Rieger

Von Tina Rieger und Zoi Natsiopoulou

Wirkungsvolle Verbesserungen und Erfolge durch die passenden Aktivitäten.

Flight Levels bringen fünf Aktivitäten mit auf die sich ein Blick lohnt, denn sie haben sich als hilfreiche Hebel bei der Produktentwicklung herauskristallisiert. Schauen wir uns alle einmal an. 

Die Situation sichtbar machen

Die erste Aktivität besteht darin, die Situation sichtbar zu machen. Das Ergebnis kann ein Board sein, das den aktuellen Wertstrom abbildet – von der Ideengenerierung bis zur Umsetzung und Messung. Dieses Board ist somit auf unser Ziel ausgerichtet, Kundenwert zu schaffen. Die Visualisierung hilft uns, Transparenz und ein gemeinsames Verständnis der Ausgangssituation zu entwickeln. Es ist ein Kommunikationstool. Nicht das Ergebnis zählt, sondern der Weg dahin. Wichtig ist, dass alle beteiligten Personen das Board gemeinsam bauen. Grundsätzlich gilt: es gibt kein richtig oder falsch und es soll zum Ziel passen. Es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten der Visualisierung – erlaubt ist, was uns unterstützt, die aktuelle Situation zu erfassen. 

Fokus herstellen

Die Visualisierung macht sichtbar, wie viel Arbeit im System ist, wie sie umgesetzt wird und wie lange es dauert bis sie fertig ist. In der Regel gibt es immer mehr Anforderungen und Ideen als das, was wir umsetzen können. Und deswegen ist Fokus entscheidend. Fokus ist das, was wir brauchen um ergebnisorientiert und erfolgreich unterwegs zu sein. Es macht Sinn Fokus dort zu schaffen, wo wir die größte Wirkung im Hinblick auf unsere Ziele erwarten. Damit etwas möglichst zügig fertig wird, ist es sinnvoll sich darauf zu fokussieren und Schritt für Schritt umzusetzen. Möglichkeiten für Fokus zu sorgen sind: WIP Limits, die wir aus Kanban kennen, Pull System, Konzentration auf eine Aufgabe, Timeboxing, Sequenzieren und Policies. Das ist eine Auswahl von Lösungen die sich bewährt haben. Vielleicht kennt ihr weitere gute Ansätze aus dem beruflichen und auch privaten Umfeld? Erlaubt ist was funktioniert.

Agile Interaktionen etablieren

Unter agilen Interaktionen verstehen wir alle Aktivitäten, die wir brauchen um unsere Arbeit zu erfassen, zu koordinieren, umzusetzen und Feedback darüber zu bekommen. Die Bandbreite kann von einem Team Slack Kanal zur Koordination der täglichen Aufgaben bis hin zu einem größeren Planning Event reichen. Die Tools und Formate, die wir einsetzen, sollten unserem Zweck dienen. Das Ziel ist echte Kommunikation zu fördern, bei der verschiedene Perspektiven eingebracht werden, ein gemeinsames Verständnis entsteht sowie Entscheidungen getroffen und Maßnahmen abgeleitet werden können. Erfahrungsgemäß erreichen wir die besten Ergebnisse, indem wir die richtigen Leute zur richtigen Zeit zusammenbringen und sie über ihre Arbeit und Herausforderungen reden lassen. 

Auch bei agilen Interaktionen und dem Aufbau geeigneter Meetingstrukturen gilt „mitdenken ausdrücklich erlaubt“. Wo brauchen wir Kommunikationswege innerhalb und zwischen den Flight Levels und warum? Wer muss wie involviert werden? Wie können wir unsere Arbeit koordinieren? Haben wir vielleicht schon was ähnliches? Das sind Leitfragen, die uns helfen, ein erstes Set an Meetings zu definieren. Das können gemeinsame Planungs Meetings sein oder auch Stand-ups. Wichtig ist, dass alle Beteiligten das richtige Verständnis von dem Ziel der Meetings haben und dies visualisiert ist. Es ist ratsam, regelmäßig zu reflektieren welche der Meetings noch gebraucht werden. Frei nach dem Motto: „Ist das Kunst oder kann das weg?“

Fortschritt messen

In der Regel versprechen wir uns von Agilität irgendeine Art von Verbesserung. Wir wollen schneller liefern – die richtigen Produkte, in der richtigen Qualität. Vielleicht verfolgen wir auch interne Ziele, wie die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen zu verbessern, Vertrauen auf- und Silos abzubauen. Aber woran merken wir, dass Agilität uns dabei hilft, unsere Ziele zu erreichen? Bei diesen Fragen kommen wir schnell auf das Thema Fortschritt messen. Stellen wir die Frage, welche Kennzahlen und Messgrößen wir Agilen Coaches kennen, dann kommt ein ganzes Potpourri dabei heraus. Da sind z.B. Durchlaufzeiten, Velocity, Time-to-Market, Little’s Law, Time in State und Cost of delay.  Egal welche Kennzahl wir für wichtig erachten, auch dabei gilt „Context is King“. Die Frage nach dem Messen ist eine Einladung zu einem Gespräch darüber was wir messen wollen und warum es wichtig ist. Und vielleicht auch darüber, was passiert, wenn wir uns auf die falsche(n) Kennzahl(en) fokussieren oder zu einseitig messen. Maßgebend ist eine gute Balance von Kennzahlen, abgestimmt auf die gewünschten Ziele.

Mehr zum Thema Kennzahlen und Messen könnt ihr hier nachlesen: https://www.flightlevels.io/blog/six-dimensions-of-performance/

Verbessern

Bei dieser Aktivität fragen wir uns: Was funktioniert? Was funktioniert noch nicht? Was müssen wir in der Zusammenarbeit, an der Darstellung oder am Produkt ändern? Ob das durch Retrospektiven oder sonstige Formate passiert ist hierbei irrelevant. Essentiell ist, dass wir immer wieder auf unsere Aktivitäten schauen, aus dem was wir umgesetzt haben lernen und neue Optionen herleiten. Das ist auf Teamebene genauso wichtig, wie auf den anderen Ebenen. Ziel ist, blinde Flecken zu erkennen und mit neuen Wissen immer weiter zu wachsen. Wir kennen es  auch unter der Bezeichnung Inspect & Adapt.

Die fünf Aktivitäten auf den drei Ebenen sind die Kernelemente der Flight Levels. Sie haben sich in der Praxis bewährt und können uns auf dem Weg zu unseren Zielen unterstützen.  

Referenzen:

Leopold K., Agilität neu denken. Mit Flight Levels zu echter Business-Agilität. 2. Aufl., dpunkt.verlag, 2022.

Kaltenecker S. & Leopold K., Flight Levels – Eine kurze Einführung, dpunkt.verlag, 2022

https://circle.flightlevels.io/c/knowledge-base/the-5-activities

https://www.flightlevels.io/blog/six-dimensions-of-performance/