Advanced Scrum


Christoph Mathis , Mo, 27.02.2012 - 13:34

Das improuv Referenzmodell

Der CSM/CSPO - Kurs bietet eine Grundlage für die Arbeit als Scrum Master oder Product Owner. Allerdings ist das noch längst nicht alles an Wissen, Erfahrungen und Skills, was man für eine erfolgreiche Arbeit braucht. Deshalb entwickelt jeder Profi seine Skills kontinuierlich weiter.

Bei improuv haben wir mit vielen Scrum Praktikern gearbeitet und sie dabei unterstützt, an ihren theoretischen Kenntnissen zu arbeiten und Lösungswege für spezifische Projektsituationen zu konzipieren.

Daraus entwickelte sich die Idee, diese Erfahrungen zusammenzufassen und zu reflektieren. Das Ziel dabei ist, dass jeder Praktiker selbständig und nachhaltig agile Prinzipien  in seiner Organisation lebt und vorantreibt. Wir setzen dabei auf einen Mix von Training und Coaching, integrierte Vermittlung und Hilfe bei der Umsetzung in die Praxis.

Der erste Schritt war eine Themensammlung für Scrum Master und Product Owner.

Wenn man damit anfängt, kommt man bald auf eine umfassende Sammlung aller Themen dieser Welt. Das kann es also auch nicht sein. Wir sind dann darauf verfallen, die typischen Tätigkeiten und Situationen zu untersuchen und uns zunächst daran zu orientieren:

  • Arbeiten mit dem Team. Das effektive, gemeinsam verantwortliche Team steht am Anfang einer erfolgreichen Scrum-Transformation. Wie kann der Scrum Master dem Team helfen, sich selbst effektiv zu organisieren, Konflikte und Hindernisse anzugehen und hochproduktiv zu werden. Wie kann das Team seine Aussenbeziehungen effektiv gestalten und daraus neue Impulse gewinnen.
  • Arbeiten mit Personen. Die Strukturierung von Meetings ist nur eine Seite der Medaille, die andere sind die Gestaltung der Arbeit darauf hin, den Lernprozess jedes Teammitglieds und damit auch die langfristige Produktivität des Teams zu voranzutreiben.
  • Agile Engineering. In Softwareprojekten gibt es inzwischen gut verstandene Techniken, die es erlauben, einen kontinuierlichen, zuverlässigen und effektiven Wertschöpfungsprozess zu realisieren. Agile Entwicklungspraktiken wie Testautomatisierung haben inzwischen den gesamten Stand der Kunst (auch im "nicht-agilen" Bereich) verändert. Leider werden sie noch nicht konsequent und umfassend eingesetzt.
  • Grossartige Produkte entwickeln. Die Strukturierung von Produkten und die schrittweise Entwicklung und Erprobung können Hand in Hand gehen. Wenn dies gelingt und wenn man die richtigen Feedback-Mechnismen über den gesamten Produktentwicklungszyklus einsetzt, kann man die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig verbessern.
  • Arbeiten in der Organisation. An der Nahtstelle zwischen einem agilen Team und einer traditionell aufgestellten Organisation werden sich Reibungsflächen entwickeln, die aus dem unterschiedlichen Verständnis von Führung, von Messen, Incentives und vielen anderen Führungs- und kulturellen Fragen ergeben. Eine Scrum-Einführung wird damit zwangsläufig zu einem Change-Thema, zu einem agilen Transformationsprojekt.

In jedem dieser Gebiete gibt es inzwischen eine umfangreiche Werkzeugsammlung.

Wir nennen diese Strukturierung unser Referenzmodell. Es baut auf unser eigenen Erfahrung, dem Stand der Kunst in der Literatur und in zahllosen Diskussionen in der Community auf.

Wir schauen auch mit einem Auge auf die Neugestaltung der Certified Scrum Professional - Zertifizierung. Unser Referenzmodell soll auch die Anforderungen dieser Prüfung abdecken.

Einen Startpunkt kann wie schon gesagt ein Training bieten, es ist auch ein Einstieg für ein gut strukturiertes Coaching-Projekt, in dem sich interne Coaches die Skills aneignen, einen solchen Wandel selbständig zu tragen.

Ich werde die einzelnen Aspekte dazu in den nächsten Wochen näher darstellen.

Bis bald.