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Angelika Drach's blog

improuv war ja Sponsor der diesjährigen LKCE 2015 (Lean Kanban Central Europe). Wir hatten einen Stand und für mich war dies meine erste "Kanban"-Konferenz. Ich war gespannt, denn ich gehöre eher zu den Scrum-Vertretern und kann mich noch lebhaft an Zeiten erinnern, als man erbittert darüber gestritten hat, ob Scrum oder Kanban die bessere Methode ist. Von diesem Streit war auf der Konferenz nichts mehr zu spüren. Ich habe den Eindruck, die Methoden werden weniger wichtig, die beiden Lager nähern sich einander an.

Ab Montag Mittag wusste ich: die Konferenz wird gut. Wir hatten uns monatelang viel Mühe mit der Vorbereitung gegeben, interessante Referenten gefunden, es waren (bis auf die üblichen) fast keine Katastrophen passiert und die Eröffnung mit der Keynote von Ray Arell am Vormittag war gut gelaufen.

Ich kenne die Rolle des Projektmanagements in großen Unternehmen sehr gut, ich war selbst Teil einer solchen Organisation. Seit ich mit Scrum arbeite und Teams bei der Einführung unterstütze, bin ich immer wieder von Neuem irritiert, wie wenig Widerstand Product Owner dem Wunschdenken von Managern nach festen Planungszusagen entgegensetzen. Denn eigentlich entstanden agile Prozesse aus der Erkenntnis, dass Entwicklungsprozesse nicht auf herkömmliche Art planbar sind.

„Agile Planung und der Umgang mit Unsicherheit“ war das Thema meines Workshop auf der diesjährigen Agile World. Der Workshop richtete sich an Product Owner. Diese stehen häufig zwischen zwei Welten. Einerseits wissen sie, dass ein komplexes Software-Projekt ein empirisches Vorgehen erfordert und nicht planbar ist, andererseits erwarten Kunden, Projektleiter und Manager von ihnen, dass sie Termine langfristig vorhersagen und einhalten.

Effizient (richtig machen) sind wir, wenn wir das was wir tun richtig machen, effektiv (das richtige machen) sind wir, wenn unser Output einen hohen Wirkungsgrad hat.

Ein Maß für Effektivität ist der Kundennutzen im Verhältnis zu Aufwand/Kosten. Agile Methoden wie Scrum oder Kanban bieten einen einfachen Mechanismus, um die Effektivität eines Prozesses zu steigern: In jeder Iteration werden die Produkt-Features mit dem höchsten Wertschöpfungspotenzial identifiziert und priorisiert umgesetzt. So einfach ist es in der Theorie.

Die Praxis sieht häufig so aus:

Dieter Bertsch und Sacha Storz stellten beim letzten Agile Tuesday das Thema "Core Culture" vor.

Viele Projektmanager glauben, auch wenn sie sich agil nennen, dass Scrum als agile Methode grundsätzlich im Widerspruch zum klassischen Projektmanagement Ansatz steht. 

Kunden erwarten bei zunehmender Komplexität immer kürzere Lieferzyklen. Für viele IT-Organisationen stellt dies eine große Herausforderung dar: es gefährdet zunehmend die Qualität der Software und der Raum für Innovationen wird kleiner. Der Versuch, Qualität durch nachgelagerte Prozesse zu verbessern, erhöht aber meist nur die Kosten und Durchlaufzeiten ohne die Kundenzufriedenheit zu verbessern.

Agile Methoden bieten hier Wettbewerbsvorteile:

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