Scrum Begriffe

In Scrum gibt es einige Begriffe, die im normalen Sprachgebrauch nicht verwendet werden oder mit etwas anderen Bedeutungen verbunden sind:

Der Product Owner

hat die Rolle des Produktverantwortlichen bzw. Auftraggebers und trägt die Hauptverantwortung für den geschäftlichen Erfolg des zu entwickelnden Produkts. Im Scrum-Prozess ist er oder sie während der gesamten Projektdauer präsent und u.a. für die Erstellung und Pflege einer priorisierten Liste von Features, des Product Backlog zuständig.

Der Scrum Master 

ist der Hauptverantwortliche für die Implementierung des Scrum-Prozesses, d.h. der Organisation der Zusammenarbeit mit dem Mitteln von Scrum und die Einhaltung der dazugehörigen Prinzipien. Er oder sie ist Moderator und Coach, beseitigt Hindernisse und stellt sicher, dass das Team effektiv arbeiten kann.

Das Team oder auch Umsetzungsteam

ist nach Scrum das Team der Programmierer, Systemarchitekten, Tester und allen anderen beteiligten Softwarespezialisten und trägt die Hauptverantwortung für die technische Umsetzung der Anforderungen. Dazu gehören die selbstorganisierte Entwicklungsarbeit während des Sprints und die Beratung des Product Owner.

Das Scrum-Team

Product Owner, Scrum Master und Team haben ein gemeinsames Interesse an einem Projekterfolg – in ihren jeweiligen Rollen. Sie bilden damit auch so etwas wie ein Team. Um die beiden Team-Begriffe abzugrenzen, nennt man diese alle zusammen das Scrum-Team.

Der Sprint

ist eine meist zwei- bis vierwöchige Entwicklungsphase, in der das Team selbstorganisiert an der Umsetzung der für diesen Zeitraum festgelegten Anforderungen arbeitet und dabei potenziell auslieferbare Produktinkremente erstellt.

Der Product Backlog

ist eine priorisierte, dynamische Anforderungsliste für ein Projekt. Alle Anforderungen an das Umsetzungsteam stehen im Product Backlog. Die obersten Einträge, die in nächster Zeit umgesetzt werden, sind detailliert, die späteren können noch allgemeiner formuliert sein und werden kontinuierlich konkretisiert, wie sie nach oben wandern. Er ist Eigentum des Product Owner.

Der Sprint Backlog

ist eine priorisierte Liste aller Aufgaben zur Umsetzung der Features, die für den aktuellen Sprint ausgewählt wurden – er enthält die Aktivitäten, die für den aktuellen Sprint geplant sind. Er ist Eigentum des Teams.

Die Sprint Burn Down Chart

ist die täglich aktualisierte visuelle Darstellung der Aufgaben, die das Team während des aktuellen Sprints noch zu erledigen hat, und ist ebenfalls Eigentum des Teams.

Der Impediment Backlog

ist eine Liste mit Hindernissen, die das Entwicklungsteam bei der Arbeit stören. Es wird vom Scrum Master geführt, der dafür Sorge trägt, diese Hindernisse möglichst schnell zu beseitigen und dies mit dem Impediment Backlog transparent macht.

Das Daily Scrum Meeting

ist ein (maximal 15-minütiges) Zusammentreffen, in dem sich die Teammitglieder während eines Sprints täglich synchronisieren.

Das Sprintplanungs-Meeting

vor jedem Sprint ist ein Zusammentreffen, in dem das Team entscheidet, wie viele der am höchsten priorisierten, vom Product Owner definierten Features es im nächsten Sprint fertigstellen kann, und diese in technische Aufgaben (Tasks) „übersetzt“. Am Ende des Meetings steht ein abgestimmtes Sprint-Ziel, zu dem sich das Team verpflichtet (commitment).

Backlog-Grooming oder Backlog Refinement

Um bei einem Sprint Planning keine Überraschungen zu erleben, wie z.B. dass wichtige Informationen zu einem Backlog Item fehlen, bereiten viele Teams das Sprint Planning der folgenden Sprints in einem eigenen Meeting vor: Dem Backlog Refinement Meeting. Wenn hier ungeklärte Fragen auftreten, ist noch bis zum Beginn des Sprint Zeit, diese zu recherchieren.

Das Sprint Review Meeting

am Ende eines Sprints ist ein Termin, in dem das Team die im Sprint umgesetzten Features beziehungsweise Tasks dem Product Owner und gegebenenfalls weiteren Stakeholdern demonstriert und der Product Owner diese abnimmt.

Die Retrospektive

ist der Rückblick nach jedem Sprint, in dem das Team den Entwicklungsprozess und die Zusammenarbeit in der vorangegangenen Phase darauf hin analysiert, welche Dinge hinderlich und welche förderlich waren. Ziel ist es, die gewonnenen Erkenntnisse bereits im Projektverlauf umzusetzen, sodass ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess entsteht.